Impressum

Klaus Keilhauer, E-Mail: kkautor@yahoo.com

November 2019 - Sklavenmarkt Deutschland

 

Der Arbeitsmarkt in Deutschland entwickelt sich mehr und mehr zu einem Sklavenmarkt, der durch Mindestlohn und schlechte Arbeitsbedingungen nun auch qualifizierte Arbeitskräfte ausbeutet und diese zu Sklaven abstempelt. Das zeigen nicht nur meine eigenen Erfahrungen der letzten Monate, sondern auch Berichte von anderen Personen.

Mitte des Jahres habe ich mich durch die Initiative eines Personalvermittlers bei einem der größten deutschen Küchenhersteller vorgestellt. Ein ausgedehntes Firmengelände erwartete mich in der dörflichen Abgeschiedenheit von Coswig. Die Personalchefin der 250 Mitarbeiter zählenden Firma führte mich in den Besprechungsraum, in dem bereits der Geschäftsführer und der Vertriebsleiter warteten. Hohe Erwartungen wurden an den zukünftigen Mitarbeiter im Vertriebsinnendienst gestellt: Französisch und Englisch auf dem Niveau eines Dolmetschers, Exporterfahrung, Marketingausbildung, Vertriebserfahrung, usw. Ja, man erwartete eine Person, die in Wissen, Erfahrung und Charaktereigenschaften über dem Geschäftsführer stehen sollte, außer natürlich im Gehalt. Die Vergütung bewegte sich im Bereich der Almosen, oder konnte schon fast als ehrenamtliche Tätigkeit gesehen werden. Nach einer Stunde war das Gespräch beendet und die Firma musste weiterhin nach einem "Bill Gates" zum Mindestlohn suchen.

Ein großes internationales Call-Center in Kiel suchte Kundenberater für eine Sklavenarbeit mit ebenfalls sehr umfangreichen kaufmännischen Kenntnissen. Genaue Vorgaben der Gesprächsführung, absolute Überwachung und Kontrolle der Aktivitäten, Verkaufs- und Leistungsdruck sollten ebenfalls mit einem Mindestlohn abgegolten werden. Dazu gab es 20 Tage Urlaub pro Jahr, und der auf ein Jahr befristete Arbeitsvertrag hatte eine Probezeit von einem halben Jahr. Jetzt wissen Sie, warum die Anrufe in einem Call-Center meist frustrierend sind.

Ein ausgebildeter Handwerker aus dem schwäbischen Raum berichtete mir, dass er die Ausbeutung in Deutschland satt habe. Er erwartet für eine gute und harte Arbeit auch einen fairen Lohn. Ende des Jahres will er deshalb nach London zurückgehen.

Deutschland entwickelt sich durch verschiedene Faktoren zu einem Ausbeuterland für qualifizierte Arbeitskräfte. Dadurch wird die Qualität der Arbeitsleistung erheblich absinken und "Made in Germany" wird in der Mittelmäßigkeit untergehen.

Was ist die Lösung für Angestellte und Arbeiter?

Selbständige Tätigkeit als Freiberufler oder Gewerbetreibender anstreben, auswandern, Jobcenter mit Übernahme der Wohnungsmiete, geringe Leistung für geringen Lohn erbringen.